Der Dark Mode zeigt hellen Text auf dunklem Hintergrund und ist in fast allen Apps und Betriebssystemen verfügbar – laut Studien bevorzugen ihn fast 90 % der Nutzer. Ob er wirklich die Augen entlastet und den Akku schont, hängt aber vom Einzelfall ab: Akku spart er nur bei OLED-Displays, und bei hellem Umgebungslicht kann ein dunkler Hintergrund die Augen sogar stärker beanspruchen. sketch.media erklärt die Vor- und Nachteile und rüstet deine Website auf Wunsch fit für den Dark Mode.
- Dark Mode zeigt hellen Text auf dunklem Grund und lässt sich – anders als ein fest dunkles Dark Theme – an- und ausschalten.
- Akku spart der Dark Mode nur bei OLED-Displays und vor allem bei hoher Helligkeit; bei LCD bringt er praktisch nichts.
- Ob er die Augen schont, ist umstritten: Bei hellem Umgebungslicht kann ein dunkler Hintergrund sogar stärker ermüden.
- Am flexibelsten fährst du, wenn du je nach Tageszeit und Umgebung zwischen Light und Dark Mode wechselst.
Dark Mode, Night Mode, Dunkelmodus, Nachtmodus, Light-on-dark – wie man diesen Trend auch nennt, er ist in aller Munde und gefühlt in jeder App. Doch ist der Hype gerechtfertigt? Was bewirkt der Dark Mode aus Designsicht? Ist er nur was fürs Auge oder auch gut für die Augen, wie Befürworter behaupten? Und welchen Einfluss hat er auf die Akkulaufzeit? Das nötige Hintergrundwissen, interessante Fakten sowie Vor- und Nachteile bekommst du hier.
Dark Mode versus Light Mode
Was ist Dark Mode?
Die Standardeinstellung bei Betriebssystemen, Programmen und Anwendungen ist der Light Mode (heller Modus), also dunkler Text auf weißem Hintergrund.
Der Dark Mode (dunkler Modus) ist eine optionale Anzeigeeinstellung für Benutzeroberflächen wie Smartphones. Beim Umstellen auf den Dark Mode wird anstelle des standardmäßig dunklen Textes auf hellem Bildschirm ein heller Text (weiß oder grau) auf einem dunklen oder schwarzen Bildschirm angezeigt.
Die Giganten Google, Apple, Microsoft, Samsung, Facebook, Twitter und immer mehr Apps und moderne Websites verfügen inzwischen über systemweite Dunkelmodi, auf die man mit wenigen Klicks umschalten kann. Die Nutzer haben die Wahl – und entscheiden sich laut einer Studie von Android Authority zu fast 90 % für den Dark Mode.

Ist es an der Zeit, auf die dunkle Seite zu wechseln?

Einige Apps wie Spotify haben sich schon immer für die dunklere Seite des Farbspektrums entschieden.
Aber der Dark Mode ist nicht zu verwechseln mit Dark Themes bzw. schwarzen Websites. Im Unterschied zum Dark Theme (dunkle bis schwarze Websites als Designelement) lässt sich der Dark Mode an- bzw. ausschalten.
Die Idee hinter dem Dunkelmodus ist, dass er das von den Bildschirmen abgestrahlte Licht reduziert und gleichzeitig die für die Lesbarkeit erforderlichen Mindestfarbkontraste beibehält.
Einige Experten sprechen in diesem Zusammenhang von digitaler Augenüberlastung oder auch vom Computer Vision Syndrom und sind der Meinung, dass der Dunkelmodus vor allem Menschen mit Lichtempfindlichkeit oder Sehschwäche helfen kann.
Back in Black – Ist der Dark Mode wirklich so neu?
Der Dark Mode ist gar nicht so neuartig und innovativ, wie man meint.
Vor allem diejenigen von uns, die sich noch an den Videotext aus den 80er- und 90er-Jahren erinnern, wissen: Da wurde schon gern ein blaugrüner oder gelber Text auf schwarzem Hintergrund angezeigt.
Windows 95 hatte aus historischen Gründen noch einen einschaltbaren Dark Mode, der aber wenig genutzt wurde. Auch die Bildschirme von Computern nutzten ursprünglich systembedingt nichts anderes als das, was wir heute als Dark Mode kennen.
Die damaligen Bildschirme waren monochrom und arbeiteten auf Basis von Kathodenstrahlröhren.
Um auch Menschen, die keine Programmierer waren, zur Nutzung von Computern zu bewegen, wurden die Benutzeroberflächen allmählich so angepasst, dass sie Papier ähnelten – man imitierte die klassische Farbverteilung von weißem Papier und dunkler Schrift.
Die Wissenschaft hinter dem dunklen Modus ist bis heute ein wenig zwielichtig, mit vielen widersprüchlichen Ansichten und Belegen über seine Vorteile.
Was sind die Vorteile des Dark Modes?

Was sind die Nachteile des Dunkelmodus?

Die Vorteile kritisch betrachtet
Der Dark Mode erfreut sich großer Beliebtheit, denn er sieht nicht nur ansprechend aus – ihm werden auch einige Vorteile nachgesagt. Aber stimmt das?
Dark Mode – wirklich besser für die Augen?

Ein klares Jein.
Heller Text auf dunklem Hintergrund kann in einem gut beleuchteten, sonnigen Raum schwer zu lesen sein – dadurch werden die Augen sogar noch mehr beansprucht, vor allem bei blendendem Gegenlicht und Sonnenstrahlen auf dem Display.
Was tun?
Du kannst beide Modi nutzen, je nach Tages- und Jahreszeit, Sonneneinstrahlung und Programm – tagsüber eher den Light Mode, am Abend den Dark Mode. Zudem kannst du mit verringerter Helligkeit arbeiten, statt ständig zwischen den Modi zu wechseln. Das schont sowohl die Augen als auch den Akku.
Dark Mode – wirklich akkuschonend?

Auch hier musst du abwägen – eine allgemeine Aussage lässt sich nicht treffen.
Wenn du ein Handy mit einem älteren LCD-Bildschirm hast, wird der Dark Mode deinen Akku nicht wirklich schonen, da die Hintergrundbeleuchtung dauerhaft aktiv ist.
Eine Verlängerung der Akkulaufzeit ist nur bei OLED-Displays (organische Leuchtdioden) möglich – und fällt auch dort nur bei maximaler Helligkeit tatsächlich ins Gewicht.
Darüber hinaus greifen viele Apps im Dark Mode auf Grautöne statt reinem Schwarz zurück, wodurch die Pixel beleuchtet und auch bei OLED-Bildschirmen nicht komplett deaktiviert sind.
- Ausdruck verleihen: Schwarz hat eine eigene Wirkungsmacht und strahlt Eleganz, etwas Geheimnisvolles, Hochwertiges und Edles aus – vor allem in Verbindung mit Metallfarben wie Gold.
- Aufmerksamkeit wecken: In Verbindung mit intensiven und kontrastreichen Farben bringt man das Design zum Leuchten.
- Schwerpunkte setzen: Mit dunklem Hintergrund lenkst du die Fokussierung der Nutzer leichter auf bestimmte Schlüsselelemente. Ein Dark Theme eignet sich daher besonders gut für ein klares, minimalistisches Design. Auch Texte – mit denen man beim Dark Theme sparsam umgehen sollte – wirken betonter und sind ein echter Augenmagnet.
- Wann wird die Website/App aufgerufen? Überleg dir, ob deine Seite eher am Tag oder abends/nachts genutzt wird. Eine reine Informationsseite (z. B. der Agentur für Arbeit) mit Fokus auf Lesbarkeit wird eher tagsüber aufgerufen, eine Unterhaltungsplattform wie Reddit oder Discord eher zur dunklen Stunde.
Mehr zu Farben und ihrer Wirkung Beispiel für ein Dark Theme
Dunkelmodus aktivieren
Windows 10/11
Rechtsklick auf den Desktop > Anpassen > Personalisierung > Farben > Modus auswählen (Windows-Modus, App-Modus).
Beliebte Apps
Facebook Messenger
Profilbild > Option für den dunklen Modus einschalten.
Twitter / X
iOS: Profilbild (oben links) > Einstellungen und Datenschutz > Anzeige > Dunkelmodus einschalten.
Android: Profilbild (oben links) > Einstellungen und Datenschutz > Anzeige und Ton > Dunkelmodus einschalten.
Gmail
Einstellungen > Allgemeine Einstellungen > Thema > hell, dunkel oder Systemstandard auswählen.
YouTube
iOS: Profilbild > Einstellungen > Aussehen > Dunkles Thema.
Android: Profilbild > Einstellungen > Allgemein > Dunkles Design.
Vorsicht – wenn Dark Mode, dann richtig
Bei einem älteren Google-Chrome-Update wurde mit den Windows-Einstellungen experimentiert: Bei Aktivierung des Dark Modes wurden nicht nur die (Task-)Leisten und Anwendungen des Betriebssystems umgefärbt, sondern automatisch auch alle Websites – was in den meisten Fällen eher zu einem „unansehnlichen Modus" führte. Denn die meisten Websites sind (noch) nicht auf verschiedene Modi ausgelegt und entsprechend programmiert. Dieses Update wurde inzwischen wieder zurückgefahren.
Hast du Fragen oder willst du deine Website für den Dark Mode rüsten bzw. personalisieren? Wir beraten dich und helfen dir gern bei der technischen Realisierung.