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Website-Geschwindigkeit richtig messen und verbessern

19. Juli 2018 ca. 3 Min. Lesezeit Matthias Paslar Fachlich geprüft am 20. Juli 2026
Das Wichtigste in Kürze

Google PageSpeed Insights liefert nur eine Punktzahl, nicht die echte Ladezeit deiner Website – und liegt oft daneben. In einem Test lud eine Seite mit PageSpeed-Score 79 ganze 39 Sekunden, eine schlechter bewertete (57) dagegen in 2,4 Sekunden. Miss deshalb mit spezialisierten Tools wie Pingdom die tatsächliche Ladezeit und nutze PageSpeed nur als ergänzenden Hinweisgeber für Bildgrößen, Gzip und Cache.

  • Google PageSpeed misst eine Punktzahl, nicht die tatsächliche Ladezeit deiner Website.
  • Eine gute PageSpeed-Note heißt nicht automatisch schnelle Seite – im Test lud eine schlechter bewertete Seite über 16× schneller.
  • Miss die echte Ladezeit mit spezialisierten Tools wie Pingdom.
  • Nutze PageSpeed als Hinweisgeber für reale Problemzonen (Bildgrößen, Gzip, Cache), nicht als absolute Wahrheit.

Deine Website sollte möglichst schnell laden – so weit die Theorie. Aber wie misst du die Geschwindigkeit eigentlich richtig? Wir zeigen dir, warum Google PageSpeed Insights allein trügt und welche Tools dir ein ehrliches Bild liefern.

Google PageSpeed Insights ist nicht alles!

In vielen Artikeln zu diesem Thema wirst du auf Google PageSpeed Insights verwiesen, um ein Ergebnis für deine Website zu erhalten. Google PageSpeed liefert informative Ergebnisse, ist aber kein Allheilmittel – und kann auch danebenliegen!

Google PageSpeed misst nicht die Ladezeit deiner Website

Vergleich es mit der Schulzeit: Bist du schlau, wenn du die Note 1 bekommst? Nicht zwingend. Es heißt nur, dass du gut vorbereitet warst und in einem Test gut abgeschnitten hast. Viele intelligente Menschen schneiden in Tests manchmal nicht gut ab.

Genau wie Schulnoten kein Indikator für Intelligenz sind, ist Google PageSpeed kein guter Indikator für die tatsächliche Geschwindigkeit einer Website.

Miss die echte Ladezeit mit spezialisierten Tools. Werkzeuge wie Pingdom zeigen dir, wie lange deine Seite wirklich zum Laden braucht – nicht nur eine abstrakte Punktzahl.

Beispiele für unterschiedliche Messergebnisse

Zwei Tests machen den Unterschied greifbar:

Google-PageSpeed-Ergebnis von heise.de Pingdom-Ladezeit von heise.de
Test #1 – heise.de: Google PageSpeed vs. Pingdom
Google-PageSpeed-Ergebnis von apkmirror.com Pingdom-Ladezeit von apkmirror.com
Test #2 – apkmirror.com: Google PageSpeed vs. Pingdom

Bei diesen Tests stellst du Folgendes fest:

TestPageSpeed-RatingTatsächliche Ladezeit
#1 · heise.de57 (roter Bereich)2,44 Sekunden
#2 · apkmirror.com79 (oranger Bereich)39,61 Sekunden

Das schlechter bewertete heise.de lädt also in Wirklichkeit deutlich schneller als apkmirror.com mit der besseren PageSpeed-Note. Die Punktzahl allein sagt wenig über die echte Wartezeit deiner Besucher aus.

Eine perfekte PageSpeed-Note ist Zeitverschwendung

(Fast) keine Website hat eine perfekte Note. Sie ist praktisch unmöglich zu erreichen, sobald du gewisse Funktionalitäten brauchst. Wenn es keinen direkten Zusammenhang mit der Ladegeschwindigkeit gibt – solltest du Google PageSpeed dann überhaupt noch Beachtung schenken?

Du kannst nicht alle markierten Fehler von PageSpeed abarbeiten, weil die aufgezählten Mängel oft nicht realitätsbezogen sind. Ein gutes Beispiel ist die Einbindung von Google Analytics: ein Google-Service, der jedes Mal wegen Browser-Caching bemängelt wird. Da er über eine externe Domain eingebunden wird, kannst du als Seitenbetreiber gar keine Caching-Regeln dafür festlegen – das müsste direkt auf den Google-Servern passieren.

Ist Google PageSpeed überhaupt sinnvoll?

Google PageSpeed ist hilfreich, solange du es nicht als absolute Lösung für alle Probleme siehst.

Manchmal macht PageSpeed dich auf Problemzonen deiner Website aufmerksam. Es ist ein schneller Check, der auch auf realistische Probleme hinweist. Du wirst zum Beispiel gewarnt, wenn du übersehen hast, ein Bild zu komprimieren, oder es viel zu groß eingebaut wurde. Bei den Hinweisen erscheint die tatsächliche Bildgröße in der Website (z. B. 1,5 MB für ein Thumbnail, das übersehen wurde) und wie viel Reduzierung möglich ist.

Außerdem sind Hinweise auf essentielle Einstellungen für den Live-Betrieb wichtig: Wurde die Gzip-Kompression aktiviert? Ist der Cache an?

Zusammengefasst: PageSpeed kann durchaus hilfreich sein, darf aber nicht als Non-plus-ultra gelten. Nutz zusätzlich weitere Tools, um die Geschwindigkeit deiner Website realistisch einzuschätzen.

Website-Performance prüfen lassen

Häufige Fragen

Ist ein hoher Google-PageSpeed-Score gleichbedeutend mit einer schnellen Website?
Nein. PageSpeed vergibt eine Punktzahl anhand von Optimierungskriterien, misst aber nicht die tatsächliche Ladezeit. Eine Seite mit niedrigem Score kann in der Praxis deutlich schneller laden als eine mit hohem Score.
Womit messe ich die echte Ladezeit meiner Website?
Mit spezialisierten Tools wie Pingdom, die die reale Ladedauer in Sekunden erfassen. So bekommst du ein ehrliches Bild statt nur einer abstrakten Note.
Sollte ich wirklich alle PageSpeed-Hinweise umsetzen?
Nein. Viele Mängel sind nicht realitätsbezogen – etwa das Browser-Caching für extern eingebundene Google-Dienste, das du gar nicht beeinflussen kannst. Kümmere dich um die relevanten Punkte wie zu große Bilder, Gzip und Cache.
Wofür ist Google PageSpeed dann überhaupt gut?
Als schneller Check, der auf echte Problemzonen hinweist – etwa unkomprimierte oder zu große Bilder, fehlende Gzip-Kompression oder einen deaktivierten Cache.
Quellen